04.05.2026
ifo Institut: Materialknappheit steigt sprunghaft an
Die Versorgung mit Vorprodukten in der Industrie hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Im April berichteten 13,8 Prozent der Unternehmen von Engpässen bei der Beschaffung von Materialien. Im Januar lag der Anteil noch bei 5,8 Prozent. Das ergab eine aktuelle Umfrage des ifo Instituts.
„Die Lieferketten geraten spürbar unter Druck“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. Als Gründe nennt er den Konflikt im Nahen Osten und Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. Diese Entwicklungen wirken sich zunehmend auf die Versorgung mit Vorprodukten aus.
Die Zunahme der Engpässe zeigt sich vor allem in Branchen, die stark von ölbasierten und energieintensiven Vorprodukten abhängig sind. In der chemischen Industrie berichteten 31,1 Prozent der Unternehmen von Materialmangel. Bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren stieg der Anteil auf 22,9 Prozent. Auch weitere Industriezweige sind betroffen: Im Maschinenbau lag der Anteil bei 14,8 Prozent, bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen bei 17,2 Prozent. Auch die Automobilindustrie meldet wieder häufiger Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten.
„Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie stark die Industrie von globalen Rohstoff- und Energielieferungen abhängt“, sagt Wohlrabe. Rund ein Fünftel des globalen Ölangebots wird über die Straße von Hormus abgewickelt. Gerade bei petrochemischen Vorprodukten können sich Störungen schnell in der gesamten Wertschöpfungskette bemerkbar machen.
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