18.03.2026

Baugenehmigungen stiegen im Januar

Im Januar 2026 wurden 19.500 Wohnungen genehmigt. Das waren 8,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im Neubau von Mehrfamilienhäusern stieg die Zahl auf 10.500 Wohnungen, ein Plus von 6,0 Prozent. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern lag sie bei rund 5.000 Wohnungen und damit 15,6 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, ordnet die Entwicklung dennoch kritisch ein: „Angesichts des viel größeren Bedarfs müssten es mindestens rund 10.000 Genehmigungen pro Monat mehr sein. Im Einfamilienhausbereich vergehen zwischen Genehmigung und Schlüsselübergabe rund 18 Monate. Was jetzt nicht genehmigt wird, landet in dieser Legislaturperiode nicht mehr auf der Baustelle. Uns läuft die Zeit davon.“

Pakleppa nennt vor allem die Finanzierung als Hebel. Zwei Drittel aller Wohnungsbauaufträge kommen nach seinen Angaben von privaten Bauherren. Beim EH-55-Programm kritisiert er den aus seiner Sicht instabilen und aktuell unattraktiven Zinssatz. Im Mietwohnungsbau drängt er auf eine schnelle Kopplung der Sonder-AfA an den EH-55-Standard. Den Gebäudetyp E bezeichnet er als richtigen Ansatz und verlangt, dass er bis zum Sommer zur Verfügung steht.

Auch Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, bewertet den Jahresstart bei Mehrfamilienhäusern als hoffnungsvoll. Im Ein- und Zweifamilienhausbau bleibt das Niveau trotz des Anstiegs historisch niedrig. Als zusätzliche Belastungen nennt Müller witterungsbedingte Behinderungen der Bautätigkeit im Februar sowie gestiegene Spritpreise seit Beginn des Krieges im Nahen und Mittleren Osten. „Da rund 40 Prozent des Energieverbrauchs im Baugewerbe auf Diesel entfällt, sind die Unternehmen unmittelbar betroffen. Sollte die Situation weiter anhalten, müssen Lösungen gefunden werden, damit die Risikolast fair verteilt und getragen werden kann.“ Darüber hinaus sei es notwendig technische und bürokratische Anforderungen abzubauen und investitionsfreundlichere Rahmenbedingungen zu schaffen.

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Baugenehmigungen stiegen im Januar
Foto/Grafik: A/venusvi
Die Zahl der Baugenehmigungen stieg im Januar 2026 leicht, im Wohnungsbau bleibt das Niveau dennoch niedrig
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