15.04.2026
Ifo Institut: Krieg im Iran treibt Unsicherheit in der Wirtschaft nach oben
Die Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft hat in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Im März fiel es 78,6 Prozent der Unternehmen schwer oder eher schwer, ihre künftige Geschäftsentwicklung einzuschätzen. Im Februar lag der Anteil noch bei 75,4 Prozent. Damit erreicht der Indikator für wirtschaftliche Unsicherheit den höchsten Wert seit Februar 2024.
„Der Krieg im Iran hat die Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft spürbar erhöht“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Für viele Unternehmen sind die Folgen für das eigene Geschäft derzeit schwer kalkulierbar.“ Besonders ausgeprägt ist die Unsicherheit in der Industrie. Dort liegt der Anteil der betroffenen Unternehmen bei 87,7 Prozent. Seit Oktober 2021 liegt dieser Wert durchgehend über 80 Prozent und verweist damit auch auf die anhaltenden strukturellen Belastungen der Branche. In energieintensiven Industrien fällt die Unsicherheit besonders hoch aus. In der Chemiebranche liegt sie bei rund 95 Prozent, bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren bei 93,9 Prozent.
Auch im Dienstleistungssektor nimmt die Unsicherheit deutlich zu. Der Anteil steigt von 66,6 Prozent auf 72,0 Prozent. Besonders stark betroffen sind Transport und Logistik. Dort berichten 88,1 Prozent der Unternehmen über Planungsschwierigkeiten, nach 82,7 Prozent im Februar. Im Handel bleibt die Unsicherheit auf hohem Niveau. Hier liegt der Anteil bei 84,4 Prozent, nach 84,1 Prozent im Vormonat. Im Baugewerbe steigt er von 71,9 auf 73,4 Prozent. „Die Unternehmen sehen sich derzeit einer Vielzahl von Risiken gegenüber – von steigenden Energiepreisen bis hin zu möglichen Störungen in den Lieferketten“, sagt Wohlrabe. „Je länger die Unsicherheit anhält, desto mehr geraten Investitionen und Wachstum unter Druck.“
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