19.02.2026

GD Holz: fordert Nachbesserungen bei EUDR

Die Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) ist nach massiver Kritik aus Wirtschaft und Politik verschoben und vereinfacht worden. Die EU-Kommission soll weitere Vereinfachungen prüfen, schließt jedoch eine grundlegende Überarbeitung aus. Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) hält die bisheringen Änderungen für unzureichend.„Wir brauchen weniger Bürokratie, mehr Klarheit und echte Verbesserungen für risikoarme Lieferketten“, sagt Thomas Goebel, Geschäftsführer des GD Holz. „Mehr Zeit durch weniger Bürokratie muss das Motto lauten. Wir hoffen, dass die Kommission unsere Vorschläge ernst nimmt.“

Der GD Holz hat über seinen europäischen Dachverband ETTF konkrete Vorschläge in Brüssel eingebracht. Ziel ist es, die Verordnung praktikabler zu gestalten und die Umsetzung für Unternehmen einfacher und umsetzbarer zu gestalten.

Zertifizierung anerkennen
Waldzertifizierungssysteme wie FSC und PEFC gelten seit Jahren als Instrumente für nachhaltige und legale Waldbewirtschaftung. Viele Systeme haben ihre Standards bereits an die Vorgaben der EUDR angepasst. Der GD Holz fordert, Waldzertifizierungen offiziell als Instrument zur Risikominderung anzuerkennen, sie EU-weit einheitlich zu bewerten und die Zusammenarbeit zwischen EU-Kommission und Zertifizierungssystemen zu intensivieren, um die vollständige EUDR-Kompatibilität sicherzustellen.

Geolokalisierung vereinfachen
Aus Sicht des GD Holz belastet die verpflichtende Geolokalisierung aller Ernteflächen die Betriebe erheblich – vor allem in Regionen mit geringem Entwaldungsrisiko. Der Verband verlangt deshalb, Holz aus Ländern oder Gebieten mit nachweislich niedrigem Risiko von dieser Pflicht auszunehmen. Statt einzelner Flächen plädiert er für einen landschaftsbezogenen Ansatz: Ganze Regionen sollen als entwaldungsfrei anerkannt werden können. Für zertifiziertes Holz soll die Geolokalisierung grundsätzlich entfallen – unabhängig vom Herkunftsland.

Legalitätsanforderungen präzisieren
Importeure sehen sich laut GD Holz weiterhin mit Unsicherheiten konfrontiert, welche Dokumente und Nachweise erforderlich sind. Unterschiedliche Anforderungen der Mitgliedstaaten verschärfen die Situation. Der Verband fordert präzise Vorgaben der EU-Kommission zu den erforderlichen Dokumenten, eine EU-weit einheitliche Anwendung dieser Regeln durch die Behörden sowie eine proaktive Kommunikation der Anforderungen an Unternehmen.

Wettbewerbsverzerrungen verhindern
Unterschiedliche Interpretationen und Prüfstandards führen nach Auffassung des GD Holz zu Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU. Der Verband verlangt eine harmonisierte Durchsetzung der EUDR in allen Mitgliedstaaten, klare und verbindliche Kriterien für Prüfungen und Nachweise sowie transparente Kommunikation gegenüber Importeuren. Der GD Holz erkennt an, dass in den vergangenen Jahren Fortschritte bei der Ausgestaltung der Verordnung erzielt wurden. Zugleich sieht der Verband weiterhin erhebliche Unklarheiten für Holzimporteure und Händler. „Auch wenn mit der Verschiebung etwas Ruhe in das Thema eingekehrt ist, müssen und werden wir weiter am Ball bleiben“, so Thomas Goebel.

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Foto/Grafik: A/ Lubos Chlubny
Der GD Holz verlangt u.a., zertifiziertes Holz anzuerkennen und Bürokratie bei risikoarmen Lieferketten abzubauen
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